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Wirtschaftsethik und die Begrifflichkeiten

Das große Thema Wirtschaftsethik wird, wie auch die Philosophie selbst, nie zu Ende gedacht sein. Vom Grundverständnis des Ehrbaren Kaufmanns in der Frühzeit des Handels bis heute zu wissenschaftlichen Abhandlungen ethischer Handlungen globaler Märkte, ist viel über das Thema diskutiert und geschrieben worden. Durch die großen wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit ist die Frage nach Ethik in der Wirtschaft aktueller denn je.

Im heute vorherrschenden Sprachgebrauch wird der Begriff Ethik als die „Philosophie der Moral“ betrachtet, wobei die Moral nicht nur nach dem „Wie soll der Mensch leben“ verstanden wird, sondern im weiteren Sinne als das Streben nach einem zufriedenen und gelingenden Leben. Die Moral beschreibt also die Ausführung ethischen Handelns und die Ethik selbst, als Philosophische-Disziplin, stellt die Theorien zur Verfügung. Der Versuch eine Auswahl von Begriffen zu erklären beschränkt sich auf das Verständnis westeuropäischer- Kultur und Wertevorstellungen und soll aufgrund der Komplexität des Themas Ethik nur das Grundverständnis sicherstellen.

Compliance – Fachbegriff für die Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien und Verhaltenscodexen in Unternehmen. In der Automobilindustrie ist in den letzten Jahren durch publik gewordene Verletzungen von Gesetzen ein hoher Schaden durch Reputationsverlust entstanden. Zurzeit ist Compliance in der Automobilindustrie ein sehr sensibles Thema. Alle Mitarbeiter großer Autokonzerne und Zulieferer werden geschult und persönlich zur Einhaltung aller Richtlinien und Gesetzte verpflichtet.

Ethos – „Das Adjektiv „ethisch“ gehört sprachlich zum Substantiv „Ethos“, dass im Griechischen zunächst die Grundbedeutung der Wohnstätte und, davon abgeleitet, zwei weitere Bedeutungen hatte: Gewohnheit/Sitte/Brauch und Charakter/Tugend. Unter „Ethos“ wird seither die Regelung von Grundverhaltensweisen der Menschen zu einander und zu ihrer Umwelt verstanden“.

Persönliche Integrität (integer sein)Eigenschaften einer integrer Persönlichkeit: Aufrichtigkeit, Humanismus, Gerechtigkeitsstreben, Vertrauenswürdigkeit, Unbestechlichkeit, Zivilcourage. Ein integrer Mensch lebt in dem Bewusstsein, dass sich seine persönlichen Überzeugungen, Maßstäbe und Wertvorstellungen in seinem Verhalten ausdrücken“.
Aus gegebenen Anlässen findet der Begriff heutzutage häufig bei der Beschreibung persönlicher Charakterzüge des politischen Establishments Verwendung, aber auch zum Thema Compliance in Unternehmen wird Integrität oft verwendet.

Philanthropie – „darunter versteht man ein allgemein menschenfreundliches Denken und Verhalten. […] seit dem 20. Jahrhundert ist in der Philosophie mehr von verwandten Begriffen wie „Menschlichkeit“ die Rede, während „Philanthropie“ im allgemeinen Sprachgebrauch mit Wohltätigkeit und gemeinnützigen Aktivitäten assoziiert wird“. Im Bereich von Unternehmen und Organisationen sind gemeinwohlorientierte Handlungen gemeint.

Unternehmensethik – „ist ein Teilgebiet der Wirtschaftsethik und beschäftigt sich mit der Frage, welchen moralischen Wertvorstellungen Unternehmen genügen sollten. Damit einher geht auch die Frage, wie unternehmerisches Gewinnstreben und moralische Ideale zueinander stehen“.

Unternehmenskultur – „kann als ein Fundament verstanden werden, in dem die Unternehmensethik verankert ist. Hierbei wirken organisationsspezifische Ethiken als allgemein akzeptierte Verhaltenskodizes. Solche Verhaltenskodizes der Organisation sind hilfreich und notwendig, da durch sie Entscheidungslasten abgenommen werden und der Strom der Verantwortung ohne Missverständnisse und Informationsverluste verläuft. Durch Integration solcher Verhaltenskodizes in die jeweilige Unternehmenskultur kann richtig angesetzte und verstandene Unternehmensethik als Instrument der Strategiewahl wie auch der Personalführung eingesetzt werden“.

Wirtschaftsethik - die Anwendung von ethischen Grundsätzen, wie die Einhaltung von allgemein anerkannten gesellschaftlichen Werten und Normen, Solidarität und Verantwortung in Bezug auf wirtschaftliches Handeln.

Ethisches Verhalten und auch ökologisch-, soziale nachhaltige Entwicklung bedeuten Verantwortungsübernahme. Der Mensch als Individuum, Unternehmen und Organisationen und auch der Staat sind Adressaten moralischer Erwartungen. Tief in jeder Gesellschaft verankert prägen Tradition, Kultur und Religion über Jahrhunderte ethische Grundsätze gesellschaftlichen- und wirtschaftlichen Handelns. Das Bestreben ein Unternehmen oder die Gesellschaft ökologisch, sozial nachhaltig zu entwickeln ist eine ethische Handlung.


Mehr zum Thema Wirtschaftsethik, Corporate Social Responsibility (CSR)* und Corporate Citizen (CC)** siehe Masterarbeit.